Aus der allgemeinen Schützengeschichte

Von alters her war der Schutz der Familie und des Nachbarn sowie von Hab und Gut vornehmste Mannespflicht. Es kann und darf mit Recht angenommen werden, dass es Beschützer gibt, solange die menschliche Gemeinschaft existiert. Die Schützengeschichte, sowie sie sich aus geschichtlich einwandfreien Quellen ergibt, reicht weit ins Mittelalter zurück. Vielleicht ist das erste tragende Fundament der Schützenvereinigung, die aus der zwingenden Not des Alltags und des Lebenskampfes geborene Nachbarschaftspflege gewesen. Die Schützen waren eine aus der Bürgerschaft erlesene Mannschaft, deren Mitglieder für ihre ursprüngliche Militärische Aufgabe freiwillige Opfer brachten. Daneben erledigten die Schützen aber auch andere zivile Aufgaben. Fast jeden Sonntag fand zur Erhaltung der Wehrtüchtigkeit ein Übungsschießen statt. Um einen Anreiz zu schaffen, waren die die Übungen meistens mit einem Preisschießen verbunden. Einmal im Jahr wurde auf einem hölzernen Vogel, der auf einer Stange befestigt war, geschossen.

Die Entwicklung des Militärwesens zum stehenden Berufsheer ließ die wehrtechnische Bedeutung der Schützenvereinigung, die nicht nur weltliche Vereinigungen sondern in vielen Orten auch kirchliche Bruderschaften waren, im 18. Jahrhundert immer mehr in den Hintergrund treten. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts haben die Schützen im Zuge der Neuordnung de gesamten öffentlichen Lebens ihre militärische Rolle ganz aufgegeben. Gleichwohl genossen und genießen die Schützenvereinigungen als Diener des Gemeinwohls immer noch hohe Wertschätzung, weil Eintracht, gemeinsame Bürgertreue und Vaterlandsliebe ihre Hauptziele waren.

Bei allem Niedergang blieb aber das Schützenfest erhalten. Schützenfeste waren herausragende Ereignisse, die Menschen ohne ansehen und gesellschaftlichen Standes zusammen brachten. Sie dienen auch heute noch der Stärkung der nachbarschaftlichen und örtlichen Gemeinschaft und haben ihren Wert als Volksfest bis auf den heutigen Tag nicht verloren.

Aus der Geschichte der Suderwicher Schützen

Es kann unterstellt werden, dass in den um 1066 erstmalig aktenkundig gewordenen Suderwich seit seiner Gründung Schützen lebten und Schützenvereinigungen bestand haben. In uns bekannten Aufzeichnungen wurden Suderwicher Schützen erst seit Beginn des 19. Jahrhunderts erwähnt. Die Existenz eines Schützenvereins in Suderwich kann mit Sicherheit für das Jahr 1845 belegt werden. Am 20. Und 21. Juli des selben Jahres fand nämlich ein gemeinsames Schützenfest der Männer und Junggesellen statt. Wenn wir die Richtigkeit unserer Vorgänger unterstellen, war nach 1860 das Schützenwesen in Suderwich ohne Bedeutung. Das betrifft zumindest die Durchführung von Schützenfesten. Weiterhin beruhte bekanntlich das Schützenwesen nicht nur in der Zeit des 1. Weltkrieges sondern auch noch viele Jahre danach. Neuordnung des staatliche Lebens, Inflation und auch fehlender Mut ließen erst um 1926/1927 im allgemeinen die ersten Regelungen zur Wiederbelebung des Schützengedankens zu.

In Suderwich erwachte das Schützenwesen mit der Durchführung eines Schützenfestes im Jahre 1928 durch den Katholischen Gesellenverein. Am 28. September 1928 war dann die Haupt-Gündungs-Versammlung, zu der ca. 120 Bürger aus allen Berufsständen erschienen waren. Der Gilde wurden vom Gesellenverein Fahne und Königskette übereignet. Ebenso ging der Vorstand der Schützenkompanie in den Vorstand der Bürgerschützengilde über. Aufgrund der Wirren des 2. Weltkrieges ist keine Tätigkeit in der Gilde mehr festzustellen. Erst später als in der Nachbarschaft erwachte das Schützenwesen in Suderwich. Die erneute Wiedergründung gelang 1955 auf Anhieb; ein reges und lebendiges Schützenleben bis auf den heutigen Tag nahm seinen Anfang.

Es gehört zum Brauchtum der Gilde, sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten zur Mitwirkung bei öffentliche Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen. Die Gilde unterhält besondere freundschaftliche Beziehungen zu den Gilden aus Röllinghausen-Berghausen, Hochlarmark, Essel und von der Hillerheide.

Es ist wichtig, wie die Gilde in der Vergangenheit war, wichtiger ist jedoch, dass sie auch in Zukunft noch sein wird.

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